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Home»Nachhaltigkeit»Rotkreuzversammlung: «Humanitäre Krisen kennen keine klaren Endpunkte mehr»
Nachhaltigkeit

Rotkreuzversammlung: «Humanitäre Krisen kennen keine klaren Endpunkte mehr»

Schweizer Fachmedien GmbHBy Schweizer Fachmedien GmbH29. Juni 20264 Mins Read
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Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) hielt am 27. Juni 2026 in Davos GR seine 28. ordentliche Rotkreuzversammlung ab. Neben SRK-Präsident Thomas Zeltner waren Ständeratspräsident Stefan Engler und der Bündner Regierungspräsident Martin Bühler mit Grussbotschaften präsent. Die Delegierten wählten mit Susanne Hardmeier, Eddy Houlmann und Patrizia Perrotta Barca drei neue Mitglieder in den Rotkreuzrat.

«Humanitäre Krisen kennen keine klaren Endpunkte mehr. Sie überlagern sich und stellen uns vor immer komplexere Herausforderungen», erklärte Thomas Zeltner in seiner Eröffnungsrede, und führte weiter aus: «Wir beobachten, dass vielerorts mehr Mittel in Sicherheit und Verteidigung fliessen und weniger in die humanitäre Hilfe, obwohl der Druck auf die humanitäre Hilfe wächst.»

Ständeratspräsident Stefan Engler betonte in seiner Grussbotschaft die besondere Rolle von Organisationen wie dem SRK in einer zunehmend unsicheren Welt: «In solchen Zeiten braucht es Organisationen, die verbinden. Organisationen, die nicht zuerst fragen, woher jemand kommt, was er oder sie glaubt oder auf welcher Seite jemand steht, sondern in jeder und jedem von uns zuallererst den Menschen sehen. Das Rote Kreuz steht genau für diese Haltung. Seine Grundsätze wie Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität und Freiwilligkeit sind nicht einfach Worte aus einer längst vergangenen Zeit. Sie sind heute aktueller denn je.»

Rechtlich verankerte Sonderstellung

Das Jubiläumsjahr, in dem das Schweizerische Rote Kreuz seinen 160. Geburtstag feiert, gibt nicht nur Anlass zum Feiern, sondern auch zur Reflexion über die zukünftige Ausrichtung der grössten und ältesten humanitären Institution der Schweiz. Das SRK ist dort aktiv, wo Menschen Unterstützung brauchen: im Alltag, in Krisen, in Übergangsphasen. Zu seinen Stärken zählt die Anpassungsfähigkeit der Organisation an die gesellschaftlichen Realitäten. Das SRK mit seinen 24 Rotkreuz-Kantonalverbänden und den vier Rettungsorganisationen ist stark in der Bevölkerung verankert. Mit dieser lokalen Verankerung und seinem grossen Netzwerk von Freiwilligen bietet es ein bedarfsgerechtes, niederschwelliges Grundleistungsangebot in den Bereichen Gesundheit und Unterstützung im Alltag, Migration und Integration sowie Suche und Rettung.

Als nationale Rotkreuz-Gesellschaft nimmt das SRK eine gesetzlich verankerte Sonderrolle ein: die Rôle d’auxiliaire des pouvoirs publics. In dieser Funktion ist es als freiwillige Hilfsgesellschaft der Behörden im humanitären Bereich anerkannt, bleibt dabei jedoch unabhängig und orientiert sich stets an seinen sieben Rotkreuz-Grundsätzen. Das SRK unterstützt die Schweizer Behörden zum Beispiel in der Blutspende, der Ersten Hilfe und der Rettung. Mit den Kantonen arbeitet das SRK im Sozialbereich und im Gesundheitswesen zusammen.

Soziale Teilhabe ermöglichen

Die Delegierten verabschiedeten an der Rotkreuzversammlung den Jahresbericht 2025. Hand in Hand mit seinen Partnern in der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung setzte sich das SRK auch 2025 im In- und Ausland für die verletzlichsten Menschen ein. Ein Ziel von übergreifender Wichtigkeit war dabei die Stärkung der sozialen Teilhabe. Dazu gehören – neben dem Zugang zu Angeboten – auch Zugehörigkeit, Selbstbestimmung und Mitgestaltung, in der Schweiz und im Ausland. Hierzulande ist das SRK der zweitgrösste Anbieter von Kursen für die Bevölkerung. Die Freiwilligen sind das Herzstück des Roten Kreuzes. Dank 48 400 Freiwilligen, darunter 10 000 Jugendlichen, kann das SRK seine Aktivitäten schweizweit durchführen.

Das SRK engagiert sich zudem in der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Mit dem Start einer neuen Programmphase im Jahr 2025 richtete es seine internationale Zusammenarbeit neu aus. Es setzt den Fokus insbesondere auf die Stärkung seiner Schwestergesellschaften. Im Jahr 2025 führte es gemeinsam mit den nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften sowie der lokalen Bevölkerung 121 Projekte durch. Innerhalb der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung bringt sich das SRK gezielt ein: durch Fachunterstützung, temporäre Nothilfe-Kapazitäten und durch die Mitgestaltung der humanitären Agenda.

Ergänzungswahlen für Rotkreuzrat und GPK

An der Rotkreuzversammlung wurden für die Amtsperiode 2023 bis 2027 Ergänzungswahlen für den Rotkreuzrat, das oberste Führungsorgan des Schweizerischen Roten Kreuzes, und für die Geschäftsprüfungskommission (GPK) vorgenommen. Neu in den Rotkreuzrat gewählt wurden Susanne Hardmeier, Eddy Houlmann und Patrizia Perrotta Barca. Den zurücktretenden Rotkreuzrätinnen und -räten Ursula Forrer, Marzio Medici und Filippo Bolla wird eine goldene Henry-Dunant-Medaille verliehen. Die Delegierten wählten zudem Barbara Jgushia in die GPK. Sara Kurtovic trat aus der GPK zurück.

Schweizerische Rote Kreuz
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